Millionen von Menschen vertrauen der Online-Crowdfunding-Plattform GoFundMe. Sie ist laut eigener Aussage die Plattform mit den meisten Nutzern und den höchsten Spendensummen. Von einer Community von über 200 Millionen Menschen wurden über die Plattform bereits 35 Milliarden Euro an Spenden gesammelt. Beachtliche Zahlen würde ich behaupten.
In diesem Beitrag wird durchleuchtet, wie man erfolgreich, sicher und schnell die Finanzierung von Rechtsstreitigkeiten – und alles andere – über die GoFundMe-Plattform bewerkstelligen kann.
Finanzierung über Crowdfunding und Spendenaufrufe
Neben anderen Finanzierungsmodellen für Rechtsstreitigkeiten, die wir auf Rendite mit Recht darstellen, kann Crowdfunding als Finanzierungsalternative in Betracht kommen, um sich Barmittel für Prozesse zu verschaffen. Crowdfunding wird im deutschsprachigen Raum auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet. Gemeint ist damit das Einsammeln vieler kleiner Geldbeiträge zur Finanzierung eines bestimmten Projekts.
Grundvoraussetzung für das Crowdfunding ist, dass eine Vielzahl von Geldgebern an der Realisierung eines Projekts interessiert ist und deshalb bereit dazu ist, Geld ohne jegliche Gegenleistung zur Verfügung zu stellen. Als Finanzierungsmodell scheidet das Crowdfunding in der Regel vor allem dann aus, wenn der Fall des Einzelnen kein besonderes Interesse der Geldgeber weckt. Die Motivation der Geldgeber ist die größte Hürde für eine Spende und rein ideologischer Natur, weil sie nicht finanziell kompensiert werden. In Bezug auf Rechtsstreitigkeiten kann man dies als Prinzip Recht ohne Rendite bezeichnen.
Mehr allgemeine Informationen zum Crowdfunding gibt es hier.

Online-Spendenaufrufe über die Crowdfunding-Plattform GoFundMe
Wie ist die Online-Plattform GoFundMe aufgebaut?
Die Oberfläche der Crowdfunding-Plattform GoFundMe ist denkbar einfach, minimalistisch und intuitiv aufgebaut. Die wichtigsten Funktionen sind leicht zu finden. Oben links auf der Plattform sind die beiden wichtigsten Funktionen auffindbar: Man kann die Spendenaufrufe nach Kategorien durchsuchen und dann entscheiden, welche Projekte man unterstützen möchte. Zudem besteht die Möglichkeit, einen eigenen Spendenaufruf zu starten. Darüber hinaus werden hilfreiche Anleitungen, Beispiele, Ressourcen, Leitfäden, Tipps und mehr zur Verfügung gestellt und außerdem sind Informationen über die Preisgestaltung, die unterstützten Länder und Gebühren prominent platziert.

Wie funktioniert GoFundMe?
GoFundMe bietet Privatpersonen, Gruppen oder Organisationen die Möglichkeit, ohne Umwege Online-Spenden zu sammeln. Die 3-Schritte für eine erfolgreiche GoFundMe-Kampagne sind unabhängig von der Kategorie des Projekts immer identisch und kinderleicht:

Starte die Spendenaktion
Der erste Schritt auf der Fundraising-Reise startet mit der Spendenaktion. Zuallererst muss das GoFundMe-Konto erstellt werden. Danach muss Folgendes getan werden:
Danach muss die GoFundMe-Spendenkampagne nur noch live geschaltet werden.
Teile die Spendenaktion überall
Entscheidend ist, die Spenden-Kampagne überall zu verbreiten und zu teilen. Je mehr davon wissen, umso höher stehen die Chancen, dass jemand sich beteiligt und spendet. Selbst eine kleine Spende ist es wert. Schließlich kann über eine Vielzahl von kleinen Spenden eine stattliche Summe zusammenkommen.
Spenden-Kampagne verwalten
GoFundMe unterstreicht noch, dass es wichtig ist, sich bei den Spendern zu bedanken. Das leuchtet natürlich ein, eine persönliche Danksagung per E-Mail oder WhatsApp-Nachricht kommt immer gut an. Sobald bestimmte Spendenziele erreicht werden, bietet es sich auch an, Updates zum finanzierten Projekt zu posten. Grundsätzlich macht es immer Sinn, die Geldgeber jederzeit up-to-date zu halten. Dies fördert die Verbundenheit zum Projekt und die Motivation der Spender.
Was kostet eine GoFundMe-Kampagne?
Die Preise sind transparent. Grundsätzlich wird zwischen Privatpersonen und Unternehmen sowie zertifizierten Non-Profit-Organisationen unterschieden. Die gute Nachricht vorweg: Der Start einer GoFundMe-Spendenkampagne ist immer kostenlos!
Ansonsten wird von jeder Spende, die eingeht, 2,9% + 0,30$ abgezogen, sofern es sich um eine Spendenkampagne von Privatpersonen oder Unternehmen handelt. Non-Profit-Organisationen werden etwas bevorzugt. Dort wird von jeder Spende 2,2% + 0,30$ abgezogen. Das ist die einzige Gebühr, mehr nicht.
Tipp: Die Erstellung einer Spendenkampagne lohnt sich im Grunde immer, denn es fallen für den Start des Spendenaufrufs keinerlei Kosten an.
GoFundMe bietet auch ein Kalkulationstool an. Dort kann durchgespielt werden, welche Kosten entstehen. Dazu folgendes Beispiel:
| Privatperson: 5.000$ von 30 Spendern eingesammelt | 4.846$ landen auf dem Bankkonto (154$ Gebühr) |
| Unternehmen: 5.000$ von 30 Spendern eingesammelt | 4.846$ landen auf dem Bankkonto (154$ Gebühr) |
| Non-Profit-Organisation: 5.000$ von 30 Spendern eingesammelt | 4.881$ landen bei der Wohltätigkeitsorganisation (119$ Gebühr) |
Welche Länder werden von GoFundMe unterstützt?
Derzeit sind 20 Länder dabei, in die GoFundMe Gelder sendet und in denen Gelder ausgezahlt werden können.
Wichtig: Der Ort des Spendenaufrufs wird beim Erstellen der Kampagne angegeben und kann später nicht mehr geändert werden.
| Australien | Österrreich | Belgien | Kanada |
| Dänemark | Finnland | Frankreich | Deutschland |
| Irland | Italien | Luxemburg | Mexiko |
| Niederlande | Norwegen | Portugal | Spanien |
| Schweden | Schweiz | Vereinigtes Königreich | USA (außer folgende US-Territorien: Amerikanisch-Samoa, Guam, Nördliche Marianen und Amerikanische Jungferninseln) |
GoFundMe oder CrowdJustice: Was ist besser für die Finanzierung von Anwaltskosten?
Wir haben bereits einen Beitrag über die spendenbasierte Crowdfunding-Plattform CrowdJustice geschrieben. Im Gegensatz zu GoFundMe ist CrowdJustice auf Litigation Crowdfunding spezialisiert. Die Plattform hat daher logischerweise eine direkte Plattform-Anbindung für Anwälte geschaffen. Will heißen: Dort dreht sich alles um Crowdfunding für Rechtsstreitigkeiten. Auch entsprechende Leitfäden und Support für Rechtssuchende und Anwälte werden geboten. Passende Anwälte vermittelt die Plattform aber nicht. Dennoch haben laut eigener Aussage schon über 450 Anwaltskanzleien CrowdJustice verwendet. GoFundMe hat dagegen keine besondere Spezialisierung, sondern unterstützt Spendenaufrufe verschiedener Anliegen, wie z.B.:

Der Anwendungsbereich von GoFundMe ist damit breiter. Außerdem ist der geografische Einzugsbereich von GoFundMe weiter, wohingegen auf CrowdJustice nur Rechtsstreitigkeiten mit einem Bezug zum Vereinigten Königreich finanziert werden können. Wenn man beispielsweise im DACH-Raum wohnt kann man zwar theoretisch CrowdJustice nutzen, allerdings nur solange die Gelder an eine im Vereinigten Königreich registrierte Anwaltskanzlei oder Wohltätigkeitsorganisation ausgezahlt werden können. GoFundMe ermöglicht hingegen, Spenden-Kampagnen in 13 von 27 EU-Mitgliedsstaaten als auch Australien, Norwegen, Schweiz, UK, Mexiko und in den USA durchzuführen.
Preislich gesehen sind die beiden Plattformen fast ähnlich gelagert. Die Erstellung einer Spendenkampagne ist bei beiden kostenlos. Die fixen Gebühren sind bei CrowdJustice mit 3% geringfügig höher für Privatpersonen und Unternehmen als bei GoFundMe mit 2,9%. Wohltätigkeitsorganisationen sparen immerhin 0,8% fixe Gebühr. Dafür ist die Transaktionsgebühr pro Spende bei GoFundMe mit 0,30$ etwas höher als die 0,20 Pence (= 0,27$; Fremdwährungsumrechnungskurs $|£ zum 22.07.2026) von CrowdJustice.
Letztlich kommt es wie so oft auf den konkreten Einzelfall an, um festzustellen, ob GoFundMe oder CrowdJustice sich besser eignet. Eine pauschale Aussage ist nicht zielführend. Anhand der Informationen in diesem Beitrag sollte man aber ein gutes Gespür dafür kriegen, in welche Richtung es geht.
Haftungsausschluss: Bitte beachten Sie, dass die in unseren Beiträgen enthaltenen Informationen stets nur journalistische Publikationen darstellen. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen und unverbindlichen Information und stellen ausnahmslos und zu jeder Zeit unsere persönliche Meinung und Einschätzung dar. Insbesondere handelt es dabei um keine rechtliche, steuerliche, finanzielle oder professionelle Beratung jeglicher Art. Wir empfehlen Ihnen, sich rechtlichen oder sonstigen unabhängigen professionellen Rat bei Bedarf einzuholen.


No responses yet